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Von Kalabrien nach Korfu-Eine Reise zu meinen Wurzeln

Korfu und Kalabrien, zwei Regionen im Mittelmeer, die nicht nur das Ionische Meer vereint. (Landkarte by My Google Maps und wix.com)
Korfu und Kalabrien, zwei Regionen im Mittelmeer, die nicht nur das Ionische Meer vereint. (Landkarte by My Google Maps und wix.com)

In den 10 Jahren, in denen Odysseus nach dem Trojanischen Krieg die Meere durchquerte, um endlich wieder in seine Heimat Ithaka zu kommen, bezwang er u. a. am Stretto di Messina die Scilla und Charybdis, bevor er seine letzte Prüfung auf der Insel der Phäaken bestehen musste. Als Korfu kennen wir diese Insel heute. Auch ich möchte euch diesen Sommer von Kalabrien mit nach Korfu, meiner Heimat, mitnehmen, denn wie wir sehen werden, vereint uns das Ionische Meer doch, wie ich finde, noch vieles Weitere.


Der Charme der kleinen Bergdörfer


Was ich an Korfu immer sehr geliebt habe, sind die vielen kleinen Dörfer im nördlichen Teil der Insel. Ich habe mir im Sommer immer gerne ein Auto gemietet und bin in diese Dörfer gefahren, wo ich viel Ruhe und Erdung gespürt habe. Es hat vielleicht nur noch ein "Kafeneion" (typisch griechisches Kaffehaus) offen, und ein paar alte Männer spielen hier Karten. Vor allem im Sommer finden hier Dorffeste statt, vielleicht sieht man auch ein paar Kinder spielen und sicherlich sieht man hier Touristen, die die Dörfer auch schon für sich entdeckt haben.


Als ich mir Gedanken zu diesem Artikel gemacht habe, ist mir genau das aufgefallen: Die vielen kleinen, vielleicht verlassenen Dörfer Kalabriens haben es mir auch sofort angetan. Sie ruhen auf Hügeln, im Gebirge oder am Meer, und taucht man in sie ein, entdeckt man längst vergessene Geschichten.


Taverne im Dorf "Peritheia" im Norden Korfus. Dieses Dorf ist verlassen, hier wohnt kaum noch jemand. Gerade das zieht seit ein paar Jahren Touristen an und es haben kleine Geschäfte eröffnet, die lokale Produkte verkaufen, sowie natürlich ein paar Tavernen.
Taverne im Dorf "Peritheia" im Norden Korfus. Dieses Dorf ist verlassen, hier wohnt kaum noch jemand. Gerade das zieht seit ein paar Jahren Touristen an und es haben kleine Geschäfte eröffnet, die lokale Produkte verkaufen, sowie natürlich ein paar Tavernen.


Ein Blick auf den Altstadtkern von Acri. Typisch für Kalabrien auf einem Hügel gelegen.
Ein Blick auf den Altstadtkern von Acri. Typisch für Kalabrien auf einem Hügel gelegen.

Freiheit, Nostalgie und bekannte Gesichter


Auf Korfu habe ich auch immer das Gefühl von Freiheit. Ich habe einfach Lust, mich in den engen Gassen der Altstadt zu „verlieren“,durch die ich schon zigmal gegangen bin. Immer wieder staune ich über die wunderschöne venezianische Architektur der Häuser und finde die Tatsache toll, dass die Fassaden einem fast entgegenkommen. Ich mag das einfach-das unperfekte. Hier kenne ich die Menschen noch: Eine Freundin betreibt ein Café in der Nähe meiner ehemaligen Schule, meine Nachbarin Amalia lebt hier seit 80 Jahren und freut sich, wenn ich auf einen Plausch vorbeikomme. Ein alte Schulfreundin arbeitet hier in der Sommersaison und wir treffen uns zum baden. In den engen Gassen und auf den Straßen fühle ich Korfus Geschichte fast schon am eigenen Leib.

Die Venezianer haben hier ihr Erbe in Dialekt, Essen und Architektur hinterlassen. Doch füllen mich die Straßen auch mit persönlichen Erinnerungen:

Meine alte Ballettschule, das Kiosk, in dem ich immer Zeitschriften gekauft habe, oder der Fruchthändler Angelos, der damals wie heute für einen Schwatz zu haben ist.


Nikiforou Theotoukou Straße, eine zentrale Ader, die durch die Altstadt von Korfu geht und zum bekannten Liston führt. Ich mag diese Straße besonders.
Nikiforou Theotoukou Straße, eine zentrale Ader, die durch die Altstadt von Korfu geht und zum bekannten Liston führt. Ich mag diese Straße besonders.

Eine typische Gasse in der Alstadt von Korfu.
Eine typische Gasse in der Alstadt von Korfu.

Meine Wurzeln...neu entdeckt


Auch in Kalabrien spüre ich diese Freiheit, die ich aus Korfu kenne. Ich habe mich dort sofort wohlgefühlt und mich unter die Leute gemischt, die ich nach und nach kennengelernt habe. So kann ich mich heute getrost spontan im Dorf zu Freunden setzen und einen Kaffee trinken, am Blumenladen vorbeilaufen und ein einfaches „Ciao, come stai?“ loslassen oder bei meiner Nachbarin Assunta klopfen, die mir gerne einen Kaffee anbietet und mir aus ihrem Leben erzählt – auf Dialekt natürlich, den ich noch üben muss. Die Leute reagieren hier sehr wohlgesonnen auf einen, und man fühlt sich schnell als Teil der Gemeinschaft.

Auch hier spüre ich, wenn ich durch die engen Gassen laufe oder die historischen Palazzi bewundere, deren Fassaden mir ebenfalls entgegenkommen wie auf Korfu, dass es hier so viel zu entdecken gibt.

Griechen, Spanier, Normannen haben unter anderem in Kalabrien ihr Erbe hinterlassen. Auch das merkt man am Dialekt, am Essen und an der Architektur. Auch hier fühle ich mich von der Geschichte umwoben, doch erfüllen mich die Straßen nicht mit Erinnerungen-die habe ich ja noch nicht. Sie füllen mich aber mit etwas anderem: Entdeckungslust und dem Gefühl, hier angekommen zu sein.



Pizzo, das kleine Dorf am Thyrennischen Meer. Für mich ein schönes Beispiel für Flaniermeilen, enge Gassen, kleine Läden und Meer satt!
Pizzo, das kleine Dorf am Thyrennischen Meer. Für mich ein schönes Beispiel für Flaniermeilen, enge Gassen, kleine Läden und Meer satt!

Odysseus hat letztlich alle Prüfungen überstanden und den Weg nach Ithaka gefunden. Und vielleicht hat auch mich meine Reise nach und durch Kalabrien wieder näher an meine eigentlich griechischen Wurzeln gebracht.


Folgt mir diesen Sommer nach Griechenland...


Folgt mir in den nächsten Wochen, um mein Korfu zu erleben, tiefer in die griechische Kultur einzutauchen und die Gemeinsamkeiten zwischen Kalabrien und Griechenland zu entdecken.


Mit einem Augenzwinkern würde ich sagen, dass sich die Bilder sehr ähneln und dass man kaum unterscheiden kann welches Bild nun Korfu oder Kalabrien zeigt. Was meint ihr?

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