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Mein Korfu-Eine Insel voller Erinnerungen

vor 8 Minuten
4 Min. Lesezeit

Heute nehme ich euch mit auf einen Spaziergang durch die Altstadt von Korfu. Hier bin ich aufgewachsen, und bis heute fühlt sich die Altstadt für mich wie ein kleines Nest an, das sich seinen ursprünglichen Charme bewahrt hat – auch wenn es heute deutlich mehr Airbnbs gibt als noch vor 20 Jahren.


Bei einem Spaziergang in Garitsa, im Hintergund die alte Festung.
Bei einem Spaziergang in Garitsa, im Hintergund die alte Festung.

Für mich bedeutet Heimaturlaub auch, einfach nur durch die engen Gassen zu schlendern, die alten Fassaden zu bestaunen und dem Gesang der Schwalben sowie dem immer wiederkehrenden Glockenspiel der Metropolis- und der St.-Spyridon-Kirche zu lauschen.

Kommt, ich zeige euch die Altstadt durch meine Augen!


Metropolis Kirche und Spilia


Nur zwei Schritte von der Metropolis-Kirche entfernt bin ich in einem alten Haus aus dem Jahr 1850 im fünften Stock aufgewachsen. Klar, dass diese Gegend für mich eine ganz besondere Bedeutung hat. Und auch heute noch, wenn ich die Treppen zur Metropolis-Kirche hinaufgehe, bekomme ich Gänsehaut. Manchmal bleibe ich einfach stehen, um den Moment einzufangen und die Kirche zu bestaunen.

Hier haben meine Eltern und meine beste Freundin geheiratet, hier wurde ich getauft, und hier zünde ich auch immer eine Kerze an, wenn ich nach langer Zeit wieder auf Korfu bin.

Die Kirche ist der Madonna Spileotissa (also der Höhlenmadonna) sowie den Heiligen Theodora und Blasius gewidmet. Sie stammt aus dem Jahr 1577, als sie noch dem Heiligen Blasius gewidmet war, und beherbergt bis heute die Gebeine der Heiligen Theodora. Diese werden am Karfreitag bei der Prozession durch die Stadt getragen und insbesondere am Sonntag der Orthodoxie, dem ersten Sonntag der Fastenzeit, mit großen Ehren auf Korfu gefeiert.

Am Namen der Madonna merkt man schon, wie das Viertel hier heißt: Spilia – die Höhle.

Hauptsächlich ist dies eine Wohngegend, wobei sich hier in den letzten Jahren eine kleine Kultur von „Mezedopoleia“ entwickelt hat. Wer also am Abend typisch griechisch essen möchte, ist hier genau richtig. Probiert die vielen kleinen Meze, dazu einen guten Wein oder eben einen Ouzo, und genießt die quirlige Atmosphäre der Spilia.

Übrigens findet man hier in der Spilia das einzige der vier Stadttore aus der Zeit der Venezianer, das heute noch erhalten ist.



Das Liston


Sehen und gesehen werden – das kann man hier am Liston, der Hauptflaniermeile Korfus und dem wichtigsten Treffpunkt der Korfioten. Sei es für eine Verabredung zum Kaffee oder auf einen Ouzo: Am Liston kommt niemand vorbei.

Alle wichtigen Prozessionen an Ostern und an anderen Feiertagen finden hier statt, und auch das berühmte „Botides“-Werfen kann man hier erleben.

Auch ich mag diesen Flair, diese Weite der Piazza und die Rundbögen, die für mich etwas Heimeliges und zugleich Aristokratisches ausstrahlen.

Gleich hier in der Nähe befindet sich das ehemalige Königsschloss, das heute ein Museum beherbergt. Hier ist man mitten im Zentrum und kann alles bequem zu Fuß erreichen.

Ein Must-have für jeden Korfioten und Besucher: Ouzo mit Meze bei Zisimos!


Auf dem Liston ist man zu jederzeit richtig. Kaffe am Vormittag, Ouzo am Abend und ein Spaziergang zwischendurch.


Ein Spaziergang durch die Porta Remounda


Am liebsten spaziere ich durch die Porta Remounda am Nachmittag, wenn es ruhiger ist, die vielen Touristen beim Baden sind, die Sonne zwar intensiv herunterscheint, aber gleichzeitig ein leichter Wind durch die Bougainvilleen weht.

Auch die Porta Remounda ist hauptsächlich eine Wohngegend, nur wenige Minuten vom Liston entfernt. Mit der Zeit haben sich hier einige Restaurants und Cafés angesiedelt.

Früher habe ich hier zweimal in der Woche am Nachmittag Englischunterricht genommen.

Seinen Namen verdankt das Viertel der Porta Reymondo, einem der vier Stadttore, das allerdings nicht mehr erhalten ist.

Die Hauptattraktion ist hier sicherlich das ehemalige Teatro di San Giacomo, das die Venezianer 1742 erbauten und das als erstes Theater des modernen Griechenlands gilt.

Während der Rest Griechenlands noch unter osmanischer Herrschaft stand, war Korfu unter venezianischer Herrschaft. Aus dieser Zeit stammt auch der starke Einfluss des Katholizismus auf der ansonsten griechisch-orthodoxen Insel.

Gleich neben dem Theater befindet sich der Dom des Heiligen Jakob und Christophorus. Er wurde im 16. Jahrhundert auf den Relikten einer orthodoxen Kirche erbaut und entwickelte sich schnell zum Mittelpunkt des katholischen Glaubens auf Korfu.


Von link: Unterwegs mit meiner Freundin Stephanie. Ein Detail aus dem Theater San Giacomo. Straße Richtung Porta Remounda. Eine italienische trattoria, davon gibt es in diesem Viertel viele.


Und was gibts zu essen?Patsitsada!


Mitten in Korfus Altstadt und nur zehn Schritte vom berühmten Liston entfernt, gibt es eine alte, traditionelle Taverne: „Chrysomallis“ – der Mann mit den goldenen Haaren.

Seit 1920 gibt es hier allerlei typisch korfiotische Spezialitäten. Und da darf eine natürlich nicht fehlen: die Pastitsada!

Ein Schmorgericht, das entweder mit Hahn oder Rindfleisch, einer würzigen Tomatensauce und natürlich Nudeln serviert wird.

Die Herkunft des Namens könnte vom venezianischen „pasticciata“ oder „pasticcio“ stammen, was so viel heißt wie "durcheinander". Sicher belegt ist das aber nicht.

Und so gibt’s auf meinem Rundgang heute Pastitsada – und zwar im Original mit Hahn, nicht mit Rind.

Mein Rezept der Pastitsada findet ihr hier: https://www.leduecalabrie.com/post/pastitsada-so-schmeckt-korfu


Wart ihr auch schon mal auf Korfu und kennt ihr vielleicht die Pastitsada? Welche Erinnerungen verbindet ihr damit?



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