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La "grupariata" aus Luzzi und der Mythos der kleinen Taube

Ein besondere, brot-ähnliche focaccia, um die sich eine traurige Legende spinnt und die jedes Jahr in Luzzi mit einem großen Fest gefeiert wird.


Die fertige "grupariata" frisch aus dem Ofen. Mhhhh
Die fertige "grupariata" frisch aus dem Ofen. Mhhhh

Viele von euch kennen bestimmt die focaccia aus der Toscana, oder die schiacciata siciliana. Weniger bekannt ist jedoch die grupariata aus Kalabrien und konkret aus Luzzi, ein Dorf im Sila Gebirge. In Luzzi habe ich dieses Rezept öfter bei Freunden gesehen und da es sich um eine örtliche Spezialität handelt, wollte ich einmal genauer hinsehen und sie selbst ausprobieren. Meine Freundin Concettina war so nett mit mir ihr Familienrezept zu teilen und ich denke, wenn ich Concettina wiedersehe machen wir die grupariata mal zusammen.

Fluffig, saftig und einfach zu machen: Die grupariata schmeckt bestimmt allen und passt zu allem dazu

Doch woher kommt die grupariata eigentlich und was hat eine Taube mit ihr zu tun?

Die Geschichte der Palummella, im luzzitanischen Dialekt, die kleine Taube, hat einen traurigen und doch noblen Ursprung. Der Legende nach adoptierte ein kinderloses Ehepaar aus Luzzi ein kleines Mädchen aus dem Kloster wo es von den leiblichen Eltern abgegeben wurde, da es sich angeblich um ein uneheliches Kind der ortsansässigen Adelsfamilie handelte. Das Ehepaar war so dankbar für dieses Geschenk Gottes, dass sie das Mädchen Donata, von Gott gegeben,nannten. Donata, auch Palummella genannt, war ein außergewöhnlich schönes Mädchen und um es von den bösen Blicken der Leute zu schützen und auch um zu verhindern, dass sie dem Sohn der Adelsfamilie begenete, durfte sie kaum das Haus verlassen. Nur zur Messe durfte sie gehen und das mit einem Kopftuch bedeckt. Doch auch Donatas Abgeschiedenheit konnte nicht verhindern, dass sie dem Adelssohn begegnete und die beiden sich in einander verliebten. Diese Liebe durfte jedoch nicht sein, denn Donata könnte selbst die Tochter der Adelsfamilie sein.

Um seine Angebetete besuchen zu können, ließ sich der Junge von einer Hexe in eine Taube verwandeln und konnte so Donata besuchen wann er wollte.

Eines Tages besuchte er seine Palummella, die gerade mit einem Korb frisch geerneteter Tomaten aus dem Garten kam. Palummella rechenete nicht mit der Taube und erschrack und alle Tomaten fielen zu Boten. Um sie jedoch nicht wegwerfen zu müssen mischte sie sie in den Brotteig mit ein, den sie bereits vorbereitet hatte. So wurde die grupariata geboren-bei der geschälte Tomaten ein fester Bestandteil des Rezeptes sind. Donatas Eltern schmeckte die neue Brotart mit den untergerührten Tomaten sehr gut, doch als Donatas Vater erfuhr, dass die Taube seine Tochter erschrocken hatte, und ahnend, dass es sich um den Adelssohn handelte, griff er kurzerhand zur Waffe und erschoss die Taube. Palummella konnte nicht fassen was geschehen war, hob die kleine Taube auf und stürzte sich in ihrer Verzweiflung selbst vom Balkon des Hauses.


Trotz dieser traurigen Geschichte, gibt die grupariata Anlass zu feiern!La Notte Rossa ist ein Fest, das einmal im Jahr in Luzzi stattfindet, und das der grupariata gewidmet ist. Die Straßen von Luzzi füllen sich mit Musik, Schauspiel und Essständen und als Krönung gibt es einen Wettbewerb bei dem die beste grupariata gekürt wird.

Doch was heißt grupariata eigentlich? "Grupu" im kalabresischen Dialekt heißt so viel wie Loch. Wenn der Teig der grupariata fertig aufgegangen ist und man ihn in eine Runde Backform gegeben hat, macht man mit den Fingern Löcher in den Teig und stopft diese mit pomodorini und Sardellen.




Schauen wir uns die grupariata aber mal genauer an!


Was brauchen wir?



  • 800 gr geschälte Tomaten (auch aus der Dose)

  • 1 kg Mehl

  • 50 ml Olivenöl für den Teig

  • 1 EL Oregano

  • 2 Knoblauchzehen

  • Prise Salz, Prise Pfeffer

  • Ggf. Zimt

  • 20 gr. Bierhefe

  • Paprikapulver süß und scharf

  • Ggf. peperoncino

  • Sardellen

  • Pomodorini

Und so geht´s:


  1. Zunächst brauchen wir eine runde Backform, die wir gut einfettern.

  2. Die geschälten Tomaten in einem Topf erwärmen und die Bierhefe darin auflösen. Die Gewürze und den fein gehackten Knoblauch zum sugo hinzugeben. Den lauwarmen sugo nach und nach dem Mehl hinzugeben bis sich ein weicher nicht zu fester Teig gebildet hat. Gewürze kann man nach Belieben dazugeben. Je nachdem ob die grupariata eher scharf oder nicht so scharf werden soll. Ich hab eine ordentliche Prise peperoncino hinzugegeben.

  3. Den Teig 2-3 Stunden zugedeckt ruhen lassen bis er aufgegangen ist.

  4. Anschließend in die Runde Backform geben und mit den Fingern kleine Löcher in den Teig machen. Diese Löcher füllt man mit den pomodorini und den Sardellen und bestäubt das ganze mit einer ordentlichen Portion Oregano.

  5. Den Ofen auf 180 Grad vorheizen, die grupariata mit Aluminium Folie bedecken und 1 Stunde bei Umluft im Ofen backen. Danach die Aluminum Folie entfernen und weitere 30 Minuten zu Ende backen.

  6. Die grupariata nun lauwarm servieren.


Sie passt gut zum aperitivo, als antipasto oder für zwischendruch. Ich esse sie heute mit einem Salat zum Abendessen.

Gar nicht so schwer oder? Habt ihr auch Lust die grupariata auszuprobieren? Schreibt mir wie sie geworden ist!

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